Südküste Norwegens und Oslo

von: famliechti

12. August 2022

Die Südküste Norwegens

27. Juli – 2. August 2022

Endlich! haben wir uns gesagt. Die Sonne scheint und es wird sofort wärmer. 

Im kleinen Dörfchen Feda im Süden Norwegens haben wir einen schönen Übernachtungsplatz am Fjord gefunden. Die Bezahlung des SP war speziell. Wir mussten einen Kilometer in ein kleines Coop im Dörfchen gehen um den Betrag von umgerechnet CHF 10 zu bezahlen. Und wir waren nicht die Einzigen. So haben all diese Spaziergänger wenigstens das hübsche Dörfchen ein wenig belebt. laughing

Ein paar dieser schönen Häuser waren zum Verkauf angeschrieben. Eine Norwegerin hat uns erzählt, dass es in einigen Bezirken in Norwegen ein Gesetz gibt, wie auch hier, dass man nur eine Liegenschaft erwerben kann, wenn man auch dort den definitiven Wohnsitz hat. So wollen sie verhindern, dass aus diesen Häusern NUR Ferienhäuschen entstehen. Sie selber sei gerade in diesem Konflikt. Sie habe das Elternhaus geerbt und kann es leider wegen diesem Gesetz praktisch nicht verkaufen, weil ja niemand in dieses verlassene und abgelegene Dörfchen hinziehen will.  surprised

 

Nach dem Frühstück entdeckten wir auf der Frontscheibe dieses Schreiben von dem Vater-Tochter-Gespann, die mit dem Velo unterwegs waren. Wir trafen sie auf der Strecke immer wieder seit dem Nordkap. Zuerst waren noch 2 weitere Radler von Österreich und Deutschland dabei. In Tromsø haben sich die Vier wieder getrennt. Sie waren an diesem Morgen früher wach als wir, darum hinterliessen sie leider nur diesen Zettel ohne Tel. Nr. und Email. Falls jemand diese Zeilen liest und Lea und Klaus kennt, würde uns ein kurzer Hinweis freuen. Wir haben sie leider nicht mehr getroffen. Hut ab vor dieser Leistung! Tausende Kilometer bei Berg- und Talfahrt in Norwegen. 

 

Bald haben wir bei herrlichem Wetter den familiären und lieblich eingerichteten Campingplatz Sandenes in Mandal erreicht. Schon der Empfang war sehr herzlich und zuvorkommend. Wir erhielten einen super Platz für unser Gespann. Auf dem Bild unten sind die Duschen, Toiletten und Waschküche zu sehen. Alles aus Holz, sehr gepflegt und mit kleinen Details beschmückt. 

Schon der Empfangshäuschen war eine Augenweide. So viele kleine Details sind zu bewundern. Der Elch schaut uns ganz schön grimmig an. Sind wir hier willkommen? cool

Camping-Platz Sandenes bei Mandal von oben. Wer hat unser Gespann entdeckt?

Die südlichste Stadt Norwegens Mandal ist sehr touristisch. Im Zentrum mit ein paar gepflegten Gässchen mit vielen kleinen Geschäftten und Cafes, eine lange Hafenpromenade und ein wirklich schöner Strand schmücken das 14’000 Seelen Städtchen. 

Auf der Fahrt von Norwegens Süden nach Oslo haben wir noch einen Abstecher zum Telemarkkanal und den 3-stufigen Schleusen von Ulefoss gemacht. Hier wird eine Höhe von 10,7m mit dem Schleusensystem überwunden für die ein Schiff ca. 40min. braucht. Der komplette Kanal ist über 105km lang und führt von der Nordsee bis zur Region von Telemark über 18 Schleusen und 72m Höhendifferenz. Er wurde von 1854 – 1892 gebaut und 1990 für den Tourismus freigegeben. 

Weiter auf der Strecke nach Oslo machten wir einen weiteren Halt bei der grössten Stabkirche Norwegens. Die Stabkirche in Heddal ist einzigartig in ihrer Art. Weltkulturerbe ist sie nicht, da sie nach einem Brand nicht ganz im originalen Zustand aufgebaut wurde. Stabkirche deshalb, weil der Bau aus senkrecht stehenden Masten, den sogenannten Stäben, auf denen die gesamte Dachkonstruktion ruht, aufgebaut ist. 

 

Eine herrlich ruhige Übernachtung vor der Einfahrt nach Oslo haben wir am See  Kjennerudvannet verbracht. Ein abendliches Bad durfte nicht fehlen. Einfach herrlich bei so klarem Waser und wieder warmen Wetter. 

Auch unsere Vierbeinerin Bona war voll in ihrem Element und hat das kühle Nass auch genossen. 

Leider schlug das Wetter über Nacht wieder in Regen um und so war auch die Weiterfahrt bis Olso. 

 

 

Oslo

2. – 4. August 2022

Bei Regen sind wir auf dem Stadt-Stellplatz am Hafen Sjølyst angekommen. Unter mehreren hundert gleichgesinnten Campern richteten wir uns ein. Es regnete zwischendurch in Strömen und bald fiel auch noch der Strom auf dem gesamten Gelände aus. frown  Rundherum standen bald viele vergrämte Gesichter unter  Regenschirmen und informierten sich über das kleine Blackout was schlussendlich bis zum nächsten Mittag andauerte. Zum Glück hielten unsere Boardbatterien, dank unserem sparsamen Verbrauch, bis am Mittag durch.

Nach dem Regen kommt bekanntlich die Sonne und so machten wir uns zum Holmenkollen auf. Nach ein paar steilen Serpentinen haben wir die Skisprung- und Langlaufstation auf 370m Höhe erreicht. Von hier oben hat man einen wunderbaren Ausblick auf Oslo und Umgebung. 

Die Bewölkung hing immer noch sehr tief. Wir hatten wirklich gerade noch Glück, dass der Kopf der Sprungschanze nicht in den Wolken verschwand. 

Am nächsten Tag fuhren wir mit den Fahrrädern in die Stadt. Im Stadtviertel der Ankerbrücken haben wir ein sehr modernes Oslo angetroffen. Die vielen modernen Bauten mit den fünf schön angelegten Hafenbecken haben uns fasziniert. 

Bei einem Pier des grossen Hafens sprangen sie beim öffentlichen Bad in das nicht gerade warme Meer.  cool  

Das ist nun wieder typisch norwegisch –> schwimmende Saunas und danach den Sprung ins kühle Meer. 

Die Stadt Oslo selber hat aber wenig Charme. Das Hafenviertel wurde komplett neu und modern gestaltet, der ältere Teil der Stadt ist nur wenig gepflegt. Da haben wir definitiv schönere Städte gesehen. Unten im Bild ist das Königshaus mit dem riesigen geschotterten Vorplatz zu sehen. Das aktuelle Königspaar ist König Harlad V. und Königin Sonja, die seit 1991 Norwegen regieren. 

 

Die Haupteinkaufsstrasse Kar Johans Street ist sicherlich die wichtigeste Strasse in Oslo. Hier spielt sich das Leben ab. Sie führt vom neuen grossen Hauptbahnhof bis zum Schloss. An ihr findet man Geschäfte jeglicher Art, Restaurants und Cafés. Auch der norwegens führende Schokolandenhersteller Freia hat hier seine Verkaufsläden.

 

Zurück auf dem Stellplatz haben wir zwei liebe Berner aus Münsingen/Wichtrach kennen gelernt. Nadine Schlumpf, Filialleiterin von Schuler Weine Münsingen und Markus Glauser, Inhaber von KHG Fensterbau Wichtrach waren auf ihrem 2-wöchigen Norwegen-Tripp und sind schon richtige Fans (siehe Chäpis) geworden. laughing  Nadine lernten wir bereits auf einer Schuler-Wein-Degustationsreise kennen. Wie klein die Welt doch immer wieder ist. 

 

Am nächsten Morgen sind wir wieder pünktlich zur Öffnungszeit der Zip-Line auf den Holmenkollen gefahren. Möchte mich doch gerne mal wie Simi (Simon Ammann) fühlen und den Holmenkollbakken heruntersausen. Simi hat übrigens drei Mal hier das Weltcup-Skispringen gewonnen (2002, 2007, 2010). Eine Fahrt mit der Zip-Line kostet übrigens 69 CHF !!!!  und dauert gerade 20 Sekunden. 

Im folgenden Video könnt ihr meine «Fahrt» mitverfolgen und den Kommentar von Astrid mithören. 

Nun noch ein kurzes Fazit und unsere Erfahrungen zu Norwegen. 

  • Absolut interessante und abwechslungreiche Landschaft. Wobei sich auch hier einmal alles wiederholt. 
  • Man muss sich bewusste sein, dass das Wetter sich fast stündlich ändert. 
  • Die Strecken brauchen sehr viel Zeit. Für 200km braucht man mit dem Auto locker 5-6 Stunden. Die max. Geschwindigkeit liegt meistens 80kmh. Die Hauptsache E6 führt häufig durch kleine Dörfer und dadurch kam es uns nicht vor, dass wir auf einer Hauptachse fahren. Es ist also ein gemütliches und entschleunigendes Reisen. 
  • Auch die Norweger sind ein Reisevolk vor allem im südlichen Norwegen. Wir haben extrem viele norwegische Wohnmobile gesehen. Man hat Glück, wenn man einen schönen Platz vor ihnen ergattern kann! cool
  • In Norwegen sind extrem viele Elektro-Autos unterwegs. Die neu zugelassen Fahrzeuge in Norwegen waren im März 2022  bei 82% Elektro-Autos. Sie bezahlen nur 50% der Strassensteuern / Versicherung gegenüber Verbrenner. Beim Kauf von Elektroautos wird dem Käufer die 25% MwSt. erlassen und er profitiert zusätzlich vom Erlass von Strassen- und Tunnelmaut. Obwohl Norwegen reich an Oel ist, haben sie die Bevölkerung mit diversen Anreizen zum Umdenken bewogen. In Norwegen wird übrigens der Strom zu 98% aus Erneuerbaren Energiequellen produziert.  
  • Norwegen ist nicht sehr hundefreundlich. In vielen Geschäften und auch Restaurants sind Hunde nicht erlaubt. Auch kleine nicht. cry  Viele norwegische Hunde sind nicht sozialisiert, was praktisch keinen Kontakt zuliess. 
  • In Norwegen haben wir alles sehr teuer empfunden. Lebensmittel sind wie in der CH, Diesel CHF 2.60, Camping-Platz alle ca. CHF 40, Duschen immer extra und bei einem Camping mussten wir für ein KW Strom CHF 1.50 bezahlen. Eine Pizza gibt es nicht unter CHF 20. Von alkoholischen Getränken muss man gar nicht sprechen. Die sind sagenhaft teuer.


 

 

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1 Comment
  1. Daniel + Silvia

    Hallo ihr 2
    Nach längerer Pause habe ich mir wiedereinmal eure Bilder und Texte angeschaut. Einiges aus Norwegen kommt mir bekannt vor. z.B. der Camping bzw. Parkplatz in A, da hatten selbst wir mit unserem kleinen Berlingo keinen Platzmehr gefunden. So mussten wir uns mitten auf dem Dorfplatz in A aufstellen. Wir waren deren 2 und hatten mehr als genug Platz. Beim Durchsehen eurer Bilder bin ich doch 2x etwas erschrocken, a) bei der Grossaufnahmen von Bona, da habe ich gedacht ein norwegischer Troll springt mich gleich an, aber dann merkte auch ich, dass es sich um ein Makro-Aufnahmen handelt. b) beim Stockfisch, der hat sogar auf meinem Laptop nach Fisch gestunken (schien es mir). Wie auch immer, eure Fotos sind wirklich schön und eine Freude diese zu anzuschauen.
    Also, seid lieb zu einander und geniesst die (Weiter-)Reise.
    Mit lieben Grüssen aus Orselina (TI)
    Daniel
    Silvia ist zu Hause, die muss ja noch Arbeiten. Sie ist ja etwas wenig jünger als ich. Aber sie lässt euch sicher auch grüssen.

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