Algarve

von: famliechti

3. Januar 2023

Algarve – die Sonnenstube Europas

04. – 12. November 2022

Nach den interessanten und aufregenden Erlebnisse in Lissabon freuten wir uns auf die warme und sonnige Algarve. Vor uns vier (mit Bona fünf) lagen 300km, die wir auf kürzestem Weg fahren wollten. Wir hatten richtig Lust auf die wilden Küsten und traumhaften Buchten. Wir hofften, dass wir auch noch im Atlantik baden können. 

Die Abfahrt war jedoch sehr heikel. Für den schmalen Weg und vor allem wegen den Bäumen, die mit ihren dicken Ästen in den Weg ragten, benötigten wir alle acht Augen, damit wir mit dem hohen Wohnauflieger durch fahren konnten. Zentimeter um Zentimeter wagten wir uns vorwärts, teilweise nur mit Millimeter Abstand zu den Ästen, bis wir «frei» waren und richtig losfahren konnten. Nanu, das muss mit so einem grossen Gefährt in Kauf genommen werden.
 

Der schnellste Weg bedeutete, dass wir mit gemütlichen 95-100kmh über die A2 südwärts  fuhren. Die Aussicht war dementsprechend «autobahnmässig» mit wenigen Highlights, wie die Storchennester auf den Hochspannungsleitungen. So schlief auch unsere Jungmanschaft auf den hinteren Sitzen bald ein (s. Bildgalerie). laughing

 

Auf dem Camping bei Lagos trafen wir wieder die herzliche Familie von Anina und Pascal. Die Vier warteten extra auf uns und haben hier noch eine Nacht verlängert. So konnten wir noch einen gemütlichen Abend (bis der Nachtwächter uns zur Ruhe aufforderte) und einen ausgiebigen «Zmorge» miteinander verbringen.   
 

Am Nachmittag, nachdem wir uns von den Vier verabschiedet haben, fuhren wir an die Küste bei Sagres und besuchten das für die Seefahrer historisch bedeutsame Fort ‚Fortaleza de Sagres‘ und dem spiralförmig gebauten Felshöhlenzugang. In der Mitte dieser Spirale hörte und spürte man die gewaltigen Wassermassen, die sich unten in den Felsen hinein spülte. Der Druck von unten war so gewaltig, dass wir oben bei der Höhlenöffnung den extrem starken Wind spüren konnten.

Weiter westlich besuchten wir noch den Cabo de São Vicente, dem südwestlichsten Punkt Europas. Hier befindet sich ein großer Leuchtturm, der mit 90 Kilometern Leuchtweite als der stärkste Europas gilt. Leider war der Zugang zur Anlage wegen Renovierung gesperrt.

Das Frühstück am nächsten Morgen haben wir bei wunderbarem Sonnenschein auf der schönen Terrasse des Bungalows von Céline und Roger gegessen.

Nach dem «Zmörgele» machten wir uns zu den steilen Klippen bei Lagos (Praja de Marinha) auf. Bei dieser unglaublichen Schönheit dieser Küste kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Hier kann man stundenlang verweilen und den Wellen, dem unterschiedlichen Licht und den vielen Möven zuschauen. laughing

Diese geile Küste musste auch aus der Luft mit der Drohne festgehalten werden.  laughing  Nachfolgend zwei Ausschnitte aus einem 15min. Flug über und vor den Klippen.

Am Nachmittag gönnten wir uns in einer kleinen Buch noch ein kühles Bad. Der Atlantik war gerade noch knappe 20° warm. laughing
 

Überall las man von den eindrücklichen Bootsfahrten von Lagos. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Im Hafen von Lagos fragten wir uns durch die unendlich vielen, mehr oder weniger vertrauenswürdigen Anbieter und ihren Angebote durch. Der Anbieter unserer Wahl machte uns drauf aufmerksam, dass wir gleich starten sollten, da gerade Flut war und Wetter mit viel Wind aufziehen soll. Sonst könnten sie nicht mehr fahren.

In einigen Höhlen konnten wir wegen der hohen Flut und auch Wellengang nicht mehr reinfahren. Der Unterschied des Wasserniveaus war bis 3 Meter und schlug dementsprechend an die Felsen, was sehr eindrücklich war. Die 1 1/2h Fahrt gab uns noch einen total anderen Blick auf die steilen Küstenfelsen.

 

Im Boot hätten problemlos 12 Personen Platz gehabt. Wir hatten die Guides und das Boot für uns alleine. Auch wenn wir den Guide mit seinem portugiesischem Englisch nicht vollständig verstanden, war es doch sehr interessant, was er uns über die Geschichte der Küste erzählte. Viele der Feslen haben Namen wie Elefant, Zwillinge, Titantic, usw…

 

Alles hat ein Ende und so auch der Aufenthalt von Céline und Roger bei uns. frown  So fuhren wir am 8. November die 90km nach Faro. An der Praja de Faro lasen wir von einem gut bewerteten Gemeinde-Camping. Dieser liegt auf einer vorgelagerten Insel. Die Überfahrt über die schmale Brücke war mit 3,5t beschränkt. Aber wir sind auch nur 2x 3,5t nacheinander. Also kein Problem! cool 

Im Restaurant des Campingplatzes haben wir uns das Abschieds-Mittagessen gegönnt. Cooles Ambiente und sehr feiner Burger mit Bier! hmmm… war super, gäu Roger?!!

 

Zum Abschied flossen doch noch ein paar Tränen. Es war eine wunderschöne und unvergessliche Zeit mit den Beiden. Und auch wieder schön, jemanden von der Familie zu drücken und zu verwöhnen. MERCI VIU MAU, DASS DIR ÜS SIT CHO BSUECHE! kisskiss

Am nächsten Morgen machten wir mit den Fahrrädern einen Ausflug ins Zentrum nach Faro. Die Fussgängerzone ist wirklich sehenswert. Die typisch gemusterten Klopfsteinpflaster ist eindrücklich. Ansonsten hat Faro nicht wirklich viel sehenswertes zu bieten. 

Den Strand vor der «Haustüre» haben wir natürlich auch genossen. November mal mit Lufttemperaturen von bis zu 25° und der Atlantik immer noch bei 20° genossen wir sehr.

 

Auch Bona ist immer wieder happy im Sand rumzutollen und anschliessend im Schatten zu schlafen.

Von den unbeschreiblich schönen Sonnenuntergängen an der Algarve kann man sich kaum satt sehen. Einer schöner als der andere und immer anders.

Im Bild unten ein Blick vom Camping-Restaurantterasse auf den Campingplatz. Allzu besetzt war er gar nicht. Alles überschaubar. Der ganze Platz ist mit einem 3m hohen Zaun abgesichert. Auch die Ein- und Ausfahrt ist mit einem Gittertor gesichert. Personen müssen mit einem Badge durch ein Drehkreuz gehen. Überall sind Kameras. Wir hatten bald mal das Gefühl, als wären wir in einem Gefängnis. frown Und weil es hier die Regel ist, durften wir unsenen Nissan nicht drinnen parkieren. Wir mussten einen PP auf der Aussenseite suchen. Na ja, es ist halt ein Gemeindecamping und da müssen die Regeln eingehalten werden, auch wenn es grad keinen Sinn macht und genügend Platz drinnen hätte.

Wenn hier die Anlage etwas freundlicher gewesen wäre, hätten wir sicher noch ein paar Tage verlängert. So haben wir uns entschlossen weiter über die Grenze nach Spanien zu fahren. Im nächsten Blogg kurz noch zu unserm Aufenthalt in Huelva. 

 

 

 

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