Wo der Fortschritt an jeder Ecke spürbar ist
Von Polen (Elk) herkommend sind wir auf der E67 über die Grenze zu Litauen Richtung Kaunas mit dem Ziel Vilnius gefahren. In der Gegenrichtung waren extrem viele Litauer Lastwagen unterwegs. Wohin wohl die ganze Ware geht? In unserer Richtung war praktisch kein Verkehr. Wir hatten insgesamt eine Strecke von 300km zu machen. D.h. wir haben mit den Pausen und Mittagessen so ca. 5-6h vor uns. Natürlich hatten wir noch Diesel, €1.60, im günstigeren Polen vollgetankt. Denn hier in Litauen ist der Sprit schon wieder gegen € 2.00 angeschrieben.
Das Wetter war regnerisch. Da der Morgen nach einer Regennacht immer noch nicht vielversprechender aussah, beschlossen wir die Velos in den Kisten zu belassen und mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Entlang dem Fluss Neris zeigte sich bald die Skyline des modernen Vilnius. Die Hochhäuser tragen Namen von bekannten Firmen wie Swedbank, IBM, PWC, usw…. Es wird viel investiert hier in Vilnius. Und bald werden neue Bauten die Skyline erweitern.
Es ist beeindruckend, wie die Stadt pulsiert. Ja gut, an diesem Wochenende war gerade ein Stadt-Event zum Thema «Musik für die Ukraine». In der Altstadt musizierten an jeder Ecke Musikkünstler von ganz klein mit Violine bis zu laut kreischenden Rockbands.
Sehenswürdigkeiten gibt es in Vilnius zu hauf. Die Bilder kannst Du in der Bildgalerie anschauen.
Am Morgen war auf dem Domplatz noch nicht viel los. Jedoch am Nachmittag wimmelte der Platz nur so von Besuchern.
Im Reiseführer liest man, dass die litauische Hauptstadt gern auch die „Stadt der 1.000 Kirchen“ oder auch „Rom des Ostens“ genannt wird. Dicht stehen schon gut 50 Kirchen allein im Stadtzentrum — gotisch, barock, katholisch, orthodox und und und … wir sind ja selber keine Kirchengänger, aber wir staunen jedoch immer wieder, wie die schönen Kirchengebäude gebaut sind und unterhalten werden.
Auch das Ratshaus wurde im römischen Stil gebaut.
Am zweiten Tag (Sonntag) beschlossen wir die Wasserburg in Trakai zu besuchen. Ein Touristen-Ort wie er im Büchlein steht. Zum Glück sind wir nicht in der Hochsaison hier unterwegs. An jeder Ecke ein Souvenierladen. Aber das Dörfchen und auch die Wasserburg geben perfekte Fotomotive ab und für uns war es ein schöner Spaziergang am See.
Auf der Weiterfahrt nach Klaipeda an der Baltischen Ostsee haben wir dieses Gespann überholt. Drei neue Bentley und ein Jaguar!
Na ja, wir befinden uns in einem aufstrebenden Land. Wir sahen sehr viele gute und teure Autos. Auch gibt es grosse, moderne und luxuriöse Einkaufszentren. Aber aufgepasst, Artikeln mit Brands sind genau so teuer wie bei uns zu Hause!
Endlich wieder ein ruhiger und entspannter Sandstrand — es ist halt nach dem Stadtleben immer wieder schön.
Etwas ausserhalb von Klaipeda haben wir einen schönen Stellplatz / Campingplatz gefunden. Es sind ja so wenige Camper unterwegs und daher ist es nicht verwunderlich, dass wir hier zwei Nächte alleine stehen.
Leider waren hier die sanitären Einrichtungen in enem sehr schlechten Zustand. Schuld daran ist das ungeniessbare eisenhaltige Wasser, sagte uns der Besitzer. Man riecht es trotz der Filteranlage. Daher ist es in den Baltischen Staaten ratsam, das Wasser zu kaufen.
Im Reiseführer steht, dass es ein Muss ist, die Halbinsel der kurischen Nehrung zu besuchen. Also haben wir uns mit dem Nissan an den Hafen gemacht und schon waren wir auf der Fähre nach drüben. Die Fahrt dauerte auch nur 5 Min. und schon befanden wir uns auf der einzigen Strasse dieser sehr schmalen (380m bis 3,5km Breit) aber 98 km langen Halbinsel. Die nördlichen 52 km gehören zu Litauen und die südlichen 46 km zum russischen Kaliningrad. Die Grenze war zu unserer Zeit geschlossen.
Auf der höchsten Dünen hat man einen schönen Weitblick. Südlich ist in nur 3km die russische Grenze zu Russland. Durch diese Sand- und Pinien- Landschaft soll es sogar Wanderwege geben. ![]()
Menschenleerer Strand im nordwesten der Halbinsel. ![]()
Am Ende des befahrbaren Inselteils von Litauen befindet sich das schmucke Hafendörfchen Nida. Die meisten Holzhäuser sind in den Farben Rot und Blau und haben teilweise noch die ursprünglichen Schilfdächer.
Die Stadt Klaipeda (167’000 Einwohner) hat einen bedeutenden Namen für die Schifffahrt. Von hier aus bestehen Fährverbindungen nach Deutschland, Dänemark und Schweden. Natürlich werden auch viele Güter (v.a. Kohle und Öl) per Seeweg nach ganz Europa transportiert.
Im Fluss Danes steht das restaurierte Segelschiff «Meridianas» was nun als Restaurant dient. Die Segel sind aus bedruckten winddurchlässigen Stoffen. Gesamthaft betrachtet zeigen die Segel ein Bild der Ostsee.
Ansonsten hat aber die Stadt Klaipeda nicht viel Sehenswertes zu bieten.




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