Über Burgos nach Gijón

von: famliechti

22. Oktober 2022

Entlang des Pilgerweges ‚Camino Francés‘ und abseits der Schnellstrassen

28. September – 02. Oktober 2022

Unser Endziel dieser Route war wieder die Atlantikküste bei Gijon. Wir haben uns vorgenommen für diese Strecke von ca. 550 km nur Nebenstrassen zu nehmen. So werden wir praktisch dem Pilgerweg folgen und das war sehr entschleunigend. Somit haben wir auch unterwegs so einiges gesehen. 

Zuerst gings durch die Provinz Rioja westwärts. In dieser leicht hügeligen Landschaft sind natürlich praktisch nur Rebpflanzen zu sehen. Der sehr kalk- und eisenhaltige Boden mit dem hier herrschenden milden Klima ist ideal für die Traubensorten Tempranillo und Garnacha. Hier kann man dann die sehr dunkelroten,  und hochprozentiegen (14 – 14.5%) «Vino tinto» geniessen. 

Im Bild unten sieht man das an den Hügeln gebaute Rioja-Dörfchen Ausejo. 

 

So fährt man durch das Riojo-Gebiet. Links und rechts wechseln sich Getreide mit den Reben ab. Rechts der Strasse entlang führt der offizielle ‚Camino Fancés‘. Wir haben immer wieder Pilger zu Fuss oder mit dem Velo gesehen. Der ‚Camino Fancés‘ ist ja auch der beliebteste Pilgerweg nach Santiago de Compostela. 

 

Dieses Zeichen einer stilisierte Jakobsmuschel haben wir auf dem Weg nach Santiago de Compostela immer wieder angetroffen. Es zeigt dem Pilger, dass er noch auf dem richtigen Weg ist.  

 

Das bekannte Pilgerstädtchen Santo Domingo de la Calzada. In diesem Städtchen soll es weltweit die einzige Kirche der Welt mit einem Hühnerstall geben. Wenn man den Hahn während dem Besuch drei Mal krähen hört, soll dies einem eine erfolgreiche Pilgerschaft verheissen.

Dir Kirchenverantwortlichen haben sich diesen Touristenmagnet zum Nutzen gemacht und gleich €10 als Eintritt in die Kirche verlangt. Wir haben uns gedacht, dass wir einen Hühnerstall auch anderswo gratis besichtigen können und darauf verzichtet. Ansonsten bietet der Pilgerort nicht viel. Auf dem zentralen Platz (Bild) haben wir aber sehr gut gegessen.

Wunderschöne Gegend bei Santo Domingo de la Calzada mit einer grossen Schafherde (inkl. auch schwarzen Schafe). laughing

 

 

Auch das gibt es hier in der Provinz Rioja. Neben den Reben sieht man auch viele Paprika-Felder. Sie werden noch von Hand gepflückt. Die Paprika wird im spanischen Essen fast überall mitverwendet. Ob in Salaten, Fleischgerichten oder im Eintopf, überall ist Paprika drin. 

 

Ein seltenes Schauspiel hatten wir als ca. ein Dutzend Geier ein As verzehren. Das Treiben war leider nur ca. 15 m von der Strasse weg und so zogen sie sich ein paar Meter zurück. Das As war nicht mehr zu bestimmen. Vielleicht war es auf der Strasse angefahren worden.

 

Am späteren Nachmittag sind wir in Burgos, der Provinzhauptstadt, auf dem riesigen WoMo-SP angekommen. Ein orangeroter Abendhimmel begleitete uns in die Nacht. Es ist immer erstaunlich, wie die Städte hier in Nordspanien auch für die WoMo-Reisenden super Parkplätze zur Verfügung stellen. Versorgungsstationen inklusive und das sogar noch gratis. 

 

Die Kathedrale von Burgos, das UNESCO-Weltkulturerbe, ist eine wichtige Station des Jakobswegs. Im Reiseführer wird sie als der schönste gotischer Sakralbau des Landes beschrieben. Hier fanden wir dann €9 Eintritt als gerechtfertigt. foot-in-mouth

Das Innere der Kathedrale ist durch 19 Kapellen unterteilt, ist unglaublich prachtvoll und mit Kunstschätzen reich gefüllt.

 

Eine der vielen imposanten Kapellen. Es erstaunt uns schon immer wieder, wie detailliert und aufwändig die Gotteshäuser früher gebaut wurden. Die Bauzeit spielte wohl damals weniger eine Rolle. 

Auf die Bank der Statue des einsamen Pilgerers haben wir uns gerne dazugesellt. 

 

Auf der Suche nach einem gemütlichen Beitzli, wo man auch einen Hund mitnehmen darf. Leider waren wir erfolglos, da draussen zu kalt und drinnen als hygienischen Gründen strenges Hundeverbot gilt.

Richtung Gijon gings wieder durch das Kantabrische Gebirge (höchster Gipfel der Torre de Cerredo mit 2648m) entlang von Stauseen und über gigantische Brücken. 

In Gijon fallen die sehr modernen Betonbunker an der Strandpromenade auf. Aber diese wird in der westlichen Hälfte des 2km langen Strandes vom alten und viel schöneren Stadtteil abgeschlossen. 

 

Gijon ist eine Hundestadt. Wir haben auf unserer Reise noch nie so viele Hunde auf der Promenade wie am Strand gesehen. Die Hunde wurden am Strand auch frei laufen gelassen. Grosse wie kleine Vierbeiner durcheinander und absolut friedlich und super sozialisiert. 

 

Westlich hinter der Altstadt befindet sich das Monument «Elogio del horizonte» (Frei übersetzt: das Lob zum Horizont). Der Ausblick war wirklich atemberaubend. Vor allem bei diesem klaren blauen Himmel. Für dieses Foto ohne fremde Personen mussten wir hier recht lange warten. 

 

Nach der riesigen und wunderschönen Kathedrale von Burgos wollen wir uns an der spanischen Nordküste mal eine von der Natur erschaffene Kathedrale ansehen. Dies im nächsten Blog.

 

 

 

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